Das Theodor Heuss Gymnasium Aalen hat zum Schuljahresende mit einer Gruppe Schülern seine Projekttage auf unserem Flugplatz verbracht. Lesen Sie hier den Projektbericht von Tanja Maier Klasse 11 vom THG Aalen.

Selbst einen Segelflieger steuern und alles für ein paar Minuten aus der Luft aus zu genießen, dieser Traum ging für 9 Schüler und 4 Schülerinnen des Theodor-Heuss-Gymnasiums unter Betreuung von Herrn Reiner und Thomas Mannal, Jugendreferent des Luftsportrings Aalen, bei den diesjährigen Projekttagen des THGs in Erfüllung.
Um uns bestens auf unsere bevorstehende Flüge vorzubereiten, starteten unsere Projekttage mit der Besichtigung des Flugplatzes Aalen-Elchingen und dem richtigen Kennenlernen der Segelflieger. Mit exzellenten Fachwissen und unerschöpflicher Begeisterung schulten uns die Segelflugschüler des Flugplatzes in Aufbau und Funktionsweise der Flieger, die wir schon am Boden testeten, bevor wir am nächsten Tag in der Luft unser Wissen anwenden sollten. Dank einer kleinen Theorieeinheit, die Herr Reiner für uns vorbereitet hatte, fühlten wir uns bestens gerüstet, selbst in die oberen Elchinger Luftschichten aufzusteigen.

Am Freitag hieß es dann auch für uns: „Segelflugstart - ASK 13 – doppelsitzig - am Hallenseil – startklar – Seil bitte einziehen – Seil kommt – Seil straff – fertig – frei – Seil fällt - Ende“.
Spätestens, als der Fallschirm angelegt und der vordere Pilotensitz im Segelflieger  von uns eingenommen wurde, stieg die Nervosität, immerhin ging es für uns beim Start innerhalb von knappen 30 Sekunden über 400 Meter in die Höhe.
Im Segelflieger allseits begleitet und unter der Aufsicht von bestens geschulten Fluglehrern, konnte die erste Nervosität schnell in ein unvergessliches Erlebnis mit jeder Menge Adrenalin umgewandelt werden und so genoss es jeder, die Kontrolle über den Flieger in der Luft für eine Zeit lang selbst zu übernehmen und sich dabei zu testen, das erworbene Wissen nun umzusetzen.
Um die überragende Aussicht länger genießen zu können, befanden wir uns ständig auf der Suche nach der besten Thermik, die unseren Segelfliegern noch ein paar zusätzliche Minuten Flugzeit verschaffen sollte.

Dass es zum Segelfliegen nicht nur einen Piloten braucht, wurde uns schnell bewusst, als es darum ging, den gelandeten Flieger als zusammenspielende Gruppe schnellstmöglich vom Rollfeld zu entfernen und zurück zur Startposition zu schieben.
Bestaunen konnten wir dabei die perfekte Abstimmung der zahlreichen Luftsportler, die auf der Winde, im Lepo, als Startschreiber, Starthelfer und Fluglehrer bei ihren Aufgaben vollstes Vertrauen aufeinander haben, denn nur als eingespieltes Team ist es möglich, solch einen Flug gefahrlos durchzuführen.
Da wir am Freitag von strahlender Sonne und warmen Temperaturen verwöhnt wurden, hatten wir am Samstag mit starken Sturmböen zu kämpfen, die aber den Flug besonders spannend machten. Aufgrund der Windverhältnisse erreichten wir im Segelflieger eine Schlepphöhe von bis zu 570 Metern, was 170 Meter mehr bedeuteten als noch am vorigen Tag.
Durch die fehlende Thermik genossen wir besonders die „Spaßflüge“ als Mitflieger bei den kunstflugerfahrenen Piloten. So wirbelten wir Parabeln fliegend zum Teil schwerelos und im freien Fall durch die Lüfte. Dabei wurde schnell klar, dass dies nichts für jeden Magen ist.
Allseits um unsere Sicherheit bekümmert mussten wir diesen Flugtag jedoch schon vorzeitig beenden, da  böige Windgeschwindigkeiten bis zu 60km/h einfach keinen ungefährlichen Flug mehr zuließen.

Dass diese Projekttage für uns zu so einem unvergesslichen Erlebnis wurden verdanken wir zum einen unseren Lehrer Herrn Reiner, der durch sein Projektangebot ermöglicht hatte, bei diesem Projekt beim Luftsportring teilzunehmen und mit unermüdlichem Einsatz für uns Schüler schuftete.
Zum anderen geht unser großer Dank, dass alles so reibungslos verlaufen ist und der Spaß nie zu kurz kam, an die vielen Helfer des Flugplatze, die mit 200% bei der Sache waren und ehrenamtlich ihre Freizeit dafür opferten und dafür sorgten, dass wir THGler diese Tage so schnell nicht mehr vergessen sollten. Dies ist ihnen auf jeden Fall gelungen!

„Wenn Fliegen die Sprache wäre, dann wäre das Segelfliegen die Poesie“.